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Wie ist das mit der Vergebung?
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Titelthema

Länger gesund leben – Weisheiten aus dem Kloster

Länger gesund leben – Weisheiten aus dem Kloster
Foto: Stefan Weigand
Irgendwo in Tibet. In einem verborgenen Tal leben glückliche Menschen. Niemand ist krank. Unter ihnen sind einige mit ungewöhnlich hohem Alter. Der ranghöchste Lama des Klosters ist um die 200 Jahre alt. Der Tod ist nicht besiegt, sagt der Lama, doch das Ende erreichen wir in einem würdigen Zustand. Eine Nachricht, die wahr sein könnte? Glückliches, gesundes und dann noch langes Leben – kann es das wirklich geben? Studien haben gezeigt, dass Ordensleute nicht nur länger leben, sondern auch länger gesund bleiben. Was können wir also vom Klosterleben lernen?

Das mutmaßliche Paradies im Himalaja ist James Hiltons Kultroman »Der verlorene Horizont« entnommen. Das »Tal des blauen Mondes« und das Kloster »Shangri-La« sind in keiner Landkarte verzeichnet, heißt es da. Der englische Schriftsteller zeichnet eine Utopie, einen geografischen Nicht-Ort. In diese fiktive Landschaft malt er die Ursehnsucht nach heilem Menschsein hinein. Hilton deutet aber auch an, das Paradies könne Wirklichkeit werden, vorausgesetzt, der Mensch tue das Richtige.

Was ist das Richtige? Der Weg, der in ein neues Paradies führt? Tschang, einer der Lamas, fasst es in Worte. Es sei eine ganz bestimmte Tugend, die ein beträchtliches Maß an Glück bewirke: die Tugend des Maßhaltens. Eine alte Weisheit, diese Tugend. Konfuzius, Laotse und Buddha haben sie genauso gelehrt wie die griechischen Philosophen Platon und Aristoteles. »Temperantia«, lateinisch die Mäßigung, wurde vom Kirchenvater Ambrosius von Mailand zur Kardinaltugend erhoben. In der Kunst begegnen wir ihr als weibliche Personifizierung: eine Frauengestalt, die Wein und Wasser aus zwei Krügen mischt.  [...]
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