Katholisches Sonntagsblatt - Das Magazin der Diözese Rottenburg-Stuttgart Ihr Glücksgriff zur Herbst - Zwei Erwachsene und ein Kind lesen das Katholische Sonntagblatt
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Zwei Jungen und dem Schriftzug: Wie ist das mit der Vergebung?

Wie ist das mit der Vergebung?
Die Frage nach dem lieben Gott



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Titelthema

Was uns die Leere schenkt

Was uns die Leere schenkt
Leerstellen sind wie Fenster in eine zukünftige Welt, sind Verheißungen auf das Leben. Stelle deine Wünsche und Hoffnungen in die leeren Flächen und Räume und beginne geduldig, auf deren Verwirklichung zu warten.
Foto: Corbis
Von Zeit zu Zeit räume ich ein Regal leer. Oder wenigstens ein einzelnes Fach. Ein notwendiger Akt der Befreiung. Und der Versuch, schöpferisch zu sein. Denn wo Platz ist, öffnen sich unendlich viele Möglichkeiten, den leer gewordenen Raum mit neuem Sinn zu füllen. Wo schon etwas ist, da neigen wir Menschen dazu, das Vorhandene lediglich zu verwalten. Irgendwann wird das Routine, langweilig, öde – obschon ausgefüllt mit vielerlei Verpflichtung, Arbeit und Aufgabe, fühlen wir uns paradoxerweise unausgefüllt. Deswegen ist es lebenswichtig, Leerräume zu schaffen. Wo nichts ist, kann wahrhaft Neues wachsen.

Viele Menschen fürchten sich vor der Leere. Sie ist ihnen unheimlich. Man nennt dieses Empfinden lateinisch den »horror vacui«, das »Grauen vor der Leere«. Die alten Gelehrten wie Aristoteles und auch noch Galileo Galilei nahmen an, dass selbst die Natur so etwas wie einen »horror vacui« empfinde und daher bestrebt sei, jedes entstehende Vakuum sofort von sich aus mit einem Gas oder einer Flüssigkeit zu füllen. Die Naturwissenschaft sieht das heute anders: Es ist der Druck der das Vakuum umgebenden Füllung, welcher Materie in den Leerraum pumpt. [...]
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