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| Reiner Schlotthauer |
Meinen es die Katholiken ernst? Wollen sie eine Familie sein, in guten wie in schlechten Tagen, aufeinander hören und miteinander sprechen? Auch ein Vater, selbst ein Patriarch, sofern es ihn noch geben sollte, macht die glückselige Erfahrung, wie wichtig die Meinung seiner Familie sein kann. Frau und Kinder können ihn vor Fehlern schützen, stark machen, ihm helfen, in die richtige Richtung zu gehen.
So gestimmt fühlt sich, wer die Richtlinien zum »Jahr des Glaubens« liest. Eine wunderbare Sache eigentlich, ist doch nunmehr Allgemeingut, dass die Kirchenglieder sich mehr für die Evangelisierung einsetzen sollen, um mehr Glauben zu entdecken und auch zu wecken. Doch ist man an manchen Stellen geneigt zu befürchten, dass der eingeschlagene Weg nicht weit genug reichen, im Sande verlaufen könnte. Daher sei, wie in einer Familiensituation, die liebevolle Frage erlaubt: Ist denn das Vorhaben wirklich zu erreichen, wenn derart häufig von »Ordnung«, »Geboten«, »Überprüfung«, »Sicherheit«, »apologetischen Hilfsmitteln« und »anderen, besonderen Schwierigkeiten« gesprochen wird? Schwer wird es einem ums Herz und man fragt, ob so das Ziel, die »freudige Wiederentdeckung des Glaubens«, wirklich erreicht werden kann. [...]
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