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| Klartext |
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Wie es dir selber gefällt |
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| Ulrich Peters, Vorstand der Schwabenverlag AG |
Während einer Städtereise nach Stockholm wohnten wir mitten auf der Altstadtinsel in einer wunderbaren, mehrere hundert Jahre alten Dachwohnung. Jeden Morgen früh um acht wurden wir während dieser Tage vom Glockenspiel der nahe gelegenen Kirche St. Gertrud sanft aus dem Schlaf gelockt. Die Melodie dieses Glockenspiels war mir gut bekannt. Ich weiß nicht, wie oft ich diese Weise schon in meinem Leben gehört und wie häufig ich aus Leibeskräften singend darin eingestimmt habe: »Lobet den Herren«.
Als ich die Melodie an diesem Tag noch im Halbschlaf und mehr oder weniger gedankenverloren mitsummte, flatterten mir einzelne Textteile ungeordnet durch den Kopf. Aber mit einem Mal war da nur noch eine Strophe, die wieder und wieder in mir nachhallte:
»Lobet den Herren, der alles so herrlich regieret. Der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet; Der dich erhält, wie es dir selber gefällt; Hast du nicht dieses verspüret.«
Plötzlich war mein Geist glasklar und hellwach: »Der dich erhält, wie es dir selber gefällt«. Tausendmal gehört, aber nie bemerkt, nie wirklich verstanden.
Ob ich gehalten bin und wie ich erhalten werde, hängt nicht allein von meinem Gegenüber ab – einerlei ob ich es Gott, Glaube, Geheimnis oder anders nenne. Diese Größe, auf die man bauen und vertrauen kann, gilt hier ganz einfach als gegeben. Adelers Fittiche sind ja da. [...]
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