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| Reiner Schlotthauer |
Manchmal fällt es einem wie Schuppen von den Augen. In der Tat, eigentlich wusste man es schon lange, vielleicht schon seit es den Menschen gibt, und dann immer, wenn dieser wieder zu Vernunft kam und anfing, Zusammenhänge zu erkennen: nämlich dass es ihm am besten geht, wenn er in guter Beziehung mit seinen Mitmenschen lebt. Am besten gelingt das, wenn er ihnen auch wirklich nahekommt und in der Lage ist, sie zu berühren – nicht nur mit wenigstens höflicher Hand, sondern mit Offenheit, Ehrlichkeit, gutem Dazutun. Und damit Herz und Seele.
Plötzlich ist dann wieder zu merken, wie das in einem selbst etwas auslöst, wie es sich wohl sogar spirituell geradezu »auszahlt«, wenn man dieses berühmte Risiko eingeht, einen anderen Menschen, den »Andersdenkenden« kennenzulernen, sich Zeit zu nehmen, um sich in ihn oder sie hineinzuversetzen, ja sogar hineinzufühlen, sich auszutauschen, um schließlich zu merken, dass sich nicht nur die beiden Gesprächspartner wandeln – sondern mit ihnen allmählich auch die fremde, obwohl so nahe Welt um sie herum. Den Kreisen um einen ins Wasser geworfenen Stein ähnlich. Fast einem Wunder gleich. [...]
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