Katholisches Sonntagsblatt - Das Magazin der Diözese Rottenburg-Stuttgart Ihr Glücksgriff zur Herbst - Zwei Erwachsene und ein Kind lesen das Katholische Sonntagblatt
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Wie ist das mit der Vergebung?
Die Frage nach dem lieben Gott



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Zwei Vorbilder

Reiner Schlotthauer
Reiner Schlotthauer
Es ist immer wieder gut, ein Vorbild zu haben. Allein das klingt schon nach einer Selbstverständlichkeit, die bei näherem Nachdenken doch keine ist, weil sich viele insgeheim dagegen wehren. Ist doch mittlerweile für viele das eigene Spiegelbild der einzige Maßstab, an dem es sich zu orientieren gilt. So arm, ja armselig ist die Gesellschaft bereits geworden, weil für andere Beziehungen kaum mehr Raum vorhanden ist.

Eine Armut, die weit über das Materielle hinausgeht, in den Bereich des Geistigen, und am Ende doch wieder Einfluss nimmt auf das Materielle, die Welt des Konsums, der Schulden und der Armut. Diese kosten wieder astronomisch viel Geld. Ein Armutszeugnis für den vernunft- und damit freiheitsbegabten Menschen, der sich so für jetzt und lange Zeit stranguliert. Doch vielen bereits, wie in einer Gegenbewegung, reicht dies nicht mehr aus als Lebensmotivation. Sie spüren ein viel größeres Defizit, ein geistiges Vakuum, zu dessen Füllung sie dringend Vorbilder suchen. So dringend gar, dass sich manche dazu versteigen, die wenigen Gefundenen gleich als charismatisch einzustufen, als Heilsbringer, mit einer Ausstrahlung versehen, die sie wieder über alle erhöht und sogar überhöht. Vielleicht liegt daran auch die seltsame Popularität von Joachim Gauck schon bereits vor seiner zum Bundespräsidenten. [...]
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