Katholisches Sonntagsblatt - Das Magazin der Diözese Rottenburg-Stuttgart Ihr Glücksgriff zur Herbst - Zwei Erwachsene und ein Kind lesen das Katholische Sonntagblatt
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Zwei Jungen und dem Schriftzug: Wie ist das mit der Vergebung?

Wie ist das mit der Vergebung?
Die Frage nach dem lieben Gott



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Glaubensland
DAS INTERVIEW: SEELSORGE

»Ein Gott, der mit uns Neuanfänge wagt«

»Ein Gott, der mit uns Neuanfänge wagt«
Wenn eine Beziehung trotz aller Bemühungen bricht, darf niemand das Gefühl haben, aus der Gemeinschaft oder aus der Liebe Gottes herauszufallen. Gottes Zusage gilt auch im Scheitern.
Foto: Nastasic/iStock
Eine Trennung oder Scheidung erschüttert das ganze Leben. Beziehungen und Freundeskreise verändern sich, Zukunftspläne lösen sich auf, finanzielle Sorgen entstehen. Mit dem Kurs »Trennung und Neuanfang« bietet Gemeindereferentin und Gestalttherapeutin Beatriz Adelmann erstmals ein seelsorgliches Begleitangebot für Betroff ene in Stuttgart an.

Frau Adelmann, wie ist die Idee entstanden, im Namen der Kirche in Stuttgart erstmals einen Kurs »Trennung und Neuanfang« anzubieten?

Die Idee ist ganz persönlich aus meiner eigenen Lebenserfahrung und meiner täglichen Arbeit in der Seelsorge gewachsen. Ich habe selbst erlebt, was für eine tiefe Lebenskrise eine Trennung ist – wenn Lebensentwürfe zerbrechen, gemeinsame Träume zerplatzen und der Boden unter den Füßen schwankt. In dieser Phase braucht es geschützte Räume, in denen dieser Schmerz da sein darf, ohne verurteilt oder bewertet zu werden. Mir war es ein tiefes Herzensanliegen, in der Kirche, wo ich arbeite, genau solch einen Ort der Begleitung zu schaffen. Wir wollen zeigen: Die Kirche verschließt die Augen nicht vor den Realitäten des Lebens, sondern geht genau an diesen schweren Wendepunkten an der Seite der Menschen mit.

Sind Sie mit dieser Idee von Beginn an auf offene Ohren gestoßen?

Ja, absolut. Ich habe einfach bei Kolleginnen und Kollegen sehr viel Zuspruch und Rückenwind erfahren. Es gibt ein großes Bewusstsein dafür, dass wir als Kirche nah an den Lebensrealitäten der Menschen sein müssen. Auch von Betroffenen gab es rückmeldend sofort große Dankbarkeit dafür, dass dieses Thema nicht länger totgeschwiegen wird, sondern dass die Kirche aktiv einen geschützten Raum für diesen schweren Lebensabschnitt eröffnet.

An wen richten Sie sich mit Ihrem Angebot?

Der Kurs richtet sich an alle Menschen, die eine Trennung durchleben – ganz egal, ob dieser Schritt erst einige Monate oder schon Jahre zurückliegt. Egal auch, ob sie verlassen wurden oder ob sie sich selbst getrennt haben. Der Schmerz, die Enttäuschung und die Orientierungslosigkeit sind oft dieselben. Mir ist es wichtig, einen geschützten Raum anzubieten, in dem Betroffene nicht funktionieren müssen, sondern mit allem da sein dürfen, was gerade ansteht. Der Kurs steht jedem offen, unabhängig vom Alter oder vom jeweiligen Lebensentwurf oder davon, wie nah die Menschen der Kirche stehen. [...]
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