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Im Interview
Comedian Guido Cantz erzählt, wie Kirche und Humor zusammenpassen kann
»Jemand hat auf mich aufgepasst in den letzten 50 Jahren«



Comedian Guido Cantz ist seit zwölf Jahren das Gesicht der Unterhaltungssendung »Verstehen Sie Spaß?«. Ende 2021 gibt der Mann mit dem weiß-blonden Haar die Moderation des Fernsehklassikers ab. In seinem neu erschienen Buch »Bauchgefühl und Gottvertrauen« schreibt der Katholik und Familienvater über Humor, Glaube und seine ersten 50 Lebensjahre. Im Interview sprach er über Adrenalin bei Auftritten, Entschleunigung durch Corona und seine Zeit nach »Verstehen Sie Spaß?«.

Herr Cantz, Sie beschreiben in Ihrem Buch das Lampenfieber vor Ihrem ersten großen Auftritt. Was lässt Sie heute noch für Ihren Job brennen?
Es die Reaktion des Publikums, die uns alle antreibt. Das macht mir immer noch einen Riesenspaß, auch nach 30 Jahren. Es ist schon interessant, was das Adrenalin mit einem macht. Wenn ich auf Tournee bin oder Karnevalszeit ist und ich wegen der vielen Auftritte körperlich mal müde bin: Auf der Bühne dauert es fünf Minuten und ein paar Lacher, dann geht es mir wieder gut. Ich freue mich einfach, wenn Leute sagen, das war ein schöner Abend, wir haben den Alltag vergessen. Das habe ich in der letzten Zeit vermisst, weil das Publikum wegen Corona leider ja nicht vorhanden war.

Sie haben im vergangenen Jahr Ihren 50. Geburtstag gefeiert. Schauen Sie auch vergnügt zurück auf fünf Lebensjahrzehnte?
Ich habe bisher sehr viel Glück gehabt und hatte ein abwechslungsreiches Leben. Jeder hat seine Aufgabe im Leben und meine ist es, Leuten in irgendeiner Form Freude zu machen. Es ist wirklich so: Bauchgefühl und Gottvertrauen sind mir immer gute Ratgeber. Ich glaube schon, dass jemand auf mich aufgepasst hat in den letzten 50 Jahren. Die Essenz jetzt aus der Corona-Zeit ist aber, dass ich auch selbst mal genießen soll und darf. Ich arbeite normalerweise sehr viel, habe aber gemerkt, dass Freunde und Familie etwas sind, das ich mir auch öfters mal gönnen sollte.

Wie groß war für Sie der Einschnitt durch Corona?
Es wurde einfach mal die Bremse gezogen. Im Frühjahr 2020 hatte ich eigentlich viel vor, auch noch nach dem Karneval. Bis auf die Jubiläumssendung zu 40 Jahren »Verstehen Sie Spaß?« – und die war ohne Publikum – sind dann alle Projekte ausgefallen. Aber das war gut. Ich hatte damals nämlich großen Respekt vor meinem Terminkalender: Schaffst Du das alles, hast Du Dich da nicht übernommen? Die ersten Wochen der Pandemie war ich natürlich viel zu Hause und habe nichts gemacht. Wobei – ich habe mit meiner Familie alles Mögliche in unserem Haus aufgeräumt, wir haben zusammen gekocht. Meine Frau Kerstin und mein Sohn Paul waren ganz happy, dass ich mehr da war. Und mir hat das die Zeit gegeben, nachzudenken: Was habe ich bisher gemacht und was kommt da noch in den nächsten Jahren?

Und was kommt da in den nächsten Jahren? Ende 2021 haben Sie ja nach zwölf Jahren mit »Verstehen Sie Spaß?« aufgehört.
»Verstehen Sie Spaß?« hat mir selbst auch viel Spaß gemacht und ich habe sehr viel Herzblut investiert. Aber ich möchte nicht jemand sein, von dem die Leute sagen, oje, macht der das immer noch? Der Zeitpunkt aufzuhören stimmte, denke ich. Ich möchte mich selbst nochmal überraschen, etwas anderes machen. Ich mache gern und viel Sport wie zum Beispiel Fußball – warum nicht mal eine Sportsendung moderieren? Was ich genau machen werde, kann ich aber noch gar nicht sagen.

Gibt es denn auch privat Herzensprojekte?
Klar. Ich schaue hier gerade auf eine Urkunde vom Fernwanderweg E5. Den bin ich gerade von Oberstdorf nach Meran mit meiner Familie gegangen: Acht Tage, drei Länder und sechs Täler, fast 7 000 Höhenmeter rauf und wieder runter. Das war eine ganz tolle Erfahrung.

Sie haben Gott in den Titel Ihres Buches aufgenommen. Was bedeutet der Glaube für Sie?
Der Glaube bedeutet mir schon seit meiner Kindheit viel. Mit 25 lag ich dann für dreieinhalb Wochen im Krankenhaus, fünf Tage davon auf der Intensivstation mit ungewissem Ausgang. Keiner wusste so richtig, was ich hatte – am Ende war es eine Verkettung vieler unglücklicher Umstände, aus der ich Gott sei Dank keinen bleibenden Schaden mitnahm. Als ich damals in meinem kritischen Zustand gefragt wurde, ob ich mit dem Krankenhausseelsorger sprechen will, war ich gleich dafür. Er hat mir sonntags die Kommunion gebracht, wir haben viel miteinander gesprochen, das hat mir gutgetan. Spätestens seit unser Sohn Paul auf der Welt ist, haben Kirche und Glauben auch bei uns im Alltag einen Stellenwert. Er ist Messdiener geworden in der gleichen Gemeinde wie auch sein Papa früher, meine Frau war Katechetin für den Kommunionunterricht. Wir beten jeden Abend mit unserem Sohnemann und lassen den Tag Revue passieren.

Wie gehen Sie mit Skandalen und Kritik an der Kirche um?
Ich finde, dass man sozusagen als Vereinsmitglied auch Kritik äußern darf. Es ist sehr schade, dass Frauen keinen größeren Stellenwert in der katholischen Kirche haben. Bei uns in der Gemeinde gibt es eine Gemeindereferentin, die fantastisch ist und die bestimmt eine hervorragende Pastorin abgeben würde. Deswegen finde ich die Reforminitiative »Maria 2.0« sehr wichtig und hoffe, dass ich es noch erlebe, dass Frauen Priesterinnen sein dürfen. Beim Missbrauchsskandal geht es um Straftaten. Darüber darf die katholische Kirche nicht allein entscheiden, sondern die gehören vor Gericht. Auch hier in Köln gibt es da einiges zu kritisieren. Bezeichnungen wie »Brüder im Nebel« des früheren Kardinals Joachim Meisner sind eine Katastrophe.

In Ihrem Berufsleben spielt Humor eine große Rolle. Gehen Kirche und Humor denn auch zusammen?
Auf jeden Fall. Die Kirche ist etwas Lebendiges. Da dürfen Menschen durchaus drüber lachen. Es nimmt den Menschen die Scheu und verbindet eine Gemeinde. Das Osterlachen, bei dem der Pfarrer der Gemeinde nach der Fastenzeit einen Witz erzählt, ist ein gutes Beispiel dafür.

Sind Sie eigentlich auch privat immer gut drauf?
Ja, auch im Privaten bin ich jemand, der gerne viel quatscht und vielleicht auch unbewusst versucht, Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich bin nicht der traurige Clown, der deprimiert zu Hause sitzt, wenn die Lichter ausgehen. Ich bin auf der Bühne schon sehr echt; ähnlich, wie ich auch sonst bin. Auch in unserer Familie lachen wir viel, Gott sei Dank. Mein Sohn und meine Frau erzählen viel Blödsinn. Das freut mich. Ich bin generell ein positiver Mensch. Wenn ich aus dem Fenster schaue und die Sonne kommt raus, dann macht mich das schon ein bisschen glücklich.

Interview: Gabriele Höfling
Foto: Oliver Berg / Picture Alliance
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