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KS-Leserreisenbericht 2010
Leserreise »Flusskreuzfahrt Amsterdam – Frankfurt«
Leserreise vom 16. bis 21. Mai 2010
Am Abreisetag brachte uns unser Reisebus sicher und ruhig zur alten Kaufmannsstadt Amsterdam. Nachdem wir unsere Kabinen auf der MS SWISS CRYSTAL bezogen und ein delikates Abendmenu verzehrt hatten, erlebten wir eine stimmungsvolle, sehr interessante Grachtenfahrt an hell erleuchteten Giebelfronten vorbei und unter zahlreichen illuminierten Brücken bögen hindurch.

Licht und Sonne begleiteten uns auf unserem Rundgang entlang den Wassern, den unzähligen Grachten Amsterdams, den Backsteinhäusern, den alten Kontoren und Patrizierdomizilen bis hin zum ruhenden Pol des mittelalterlichen Begijnhofes der damaligen Laienschwestern. Zurück an Deck begann ein beeindruckender Teil der Reise: Das Dahingleiten zwischen Himmel und Wasser. Das Vorbeiziehen alleengesäumter Dämme mit grasenden Schafen, dahinter dann und wann ein Gehöft oder eine Kirchturmspitze auftauchend, das Unterfahren Brücke um Brücke, das langsame Hereinbrechen der Dämmerung, dies alles ließ unsere Seele baumeln.

Kräuter und Bäume, ein jegliches nach seiner Art, begleiteten uns zu unserem nächtlichen Liegeplatz in Emmerich, traumhaft zu Füßen der gotischen Martinskirche gelegen, wie es sich eben für Sonntagsblattleser gebührt. Das Kontrastprogramm in Duisburg, dem größten Binnenhafen Europas mit seinen Industriedenkmälern aus der Zeit von Kohle und Stahl und der architektonischen Neugestaltung der Stadt, brachte uns ein sehr kompetenter Führer mit Witz und Herzblut nahe. Der Anblick der vielen Kraftwerke, der qualmenden Schwerindustrie und Chemie auf dem Weg zum nächsten Ankerplatz Düsseldorf ließ uns an unserem eigenen Zuhause froh werden. Am Abend hatten wir Zeit für eigene Unternehmungen. Wir konnten entlang der gewaltigen Rheinpromenade die Lichtersilhouette auf uns wirken lassen und so nach eigener Facon selig werden.

Unterm trüben Firmament in der ehrwürdigen Rheinmetro pole Köln feierten wir einen Privat-Gottesdienst in der kleinen Fronleichnamskirche der Ursulinen mit einem Organisten aus den eigenen Reihen. Der anschließende Besuch des Doms St. Peter und Maria – zum Unesco-Welterbe gehörend – ließ uns durch seine lichtdurchflutete, emporstrebende Gotik, sowie die überwältigende Innenhöhe von 43 m etwas vom himmlischen Jerusalem erahnen. In Bonn zeigte uns eine informative Stadtrundfahrt den Wandel von Residenzstadt über Bundeshauptstadt hin zu Sitz von Wissenschaft und Kunst, Verwaltung und internationalen Organisationen. Ein Captains’ Dinner ließ den Tag ausklingen. Am folgenden Tag erwachten wir an der historischen Häuserfront von Koblenz mit Panoramablick auf Alte Burg, Deutsches Eck bis hinauf zur Festung Ehrenbreitstein. Auf dem Rundgang durch die am Zusammenfluss von Rhein und Mosel gelegene, im zweiten Weltkrieg fast völlig zerstörte Stadt, bekamen wir einen Einblick in ihre bis zu den Römern reichende Vergangenheit. Wir besuchten die ro manische Doppelturmbasilika St. Kastor und erklommen den Aussichtssockel des monumentalen Reiterstandbildes Wilhelm I. Im »Oberen Mittelrheintal« mit seinen ca. 40 Burgen wurden wir auf der Loreley mit perfekt vorgetragener Brentano-Lyrik in die Zeit der Romantik versetzt. Diese romantischen Inspirationen konnten wir abends in Rüdesheim bei einem Gläschen Rheingauer Tropfen vertiefen.

In der Finanzmetropole Frankfurt, unserem letzten Liegeplatz am Main, mit einer wie für unsere Fotografen geschaffenen Bilderbuchkulisse von Platanenallee und klassizistischer Häuserzeile mit dahinter aufragenden futuristischen Hochhaustürmen, ließen wir bei einem kurzen Stadtrundgang den Rathausplatz mit dem Römer, Paulskirche und Dom auf uns wirken. Wer in der Gemeinschaft von Gleichgesinnten so viel Schönes erleben durfte, kommt nicht umhin zu sagen: »Ja, wir alle sahen, dass es gut war« und stimmen ein in die Melodie: »Laudate omnes gentes, laudate dominum …«
Eleonore Eisele
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