aktuelle Doppelausgabe 31-32/2010 |
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| KS-Leserreisenbericht 2008 |
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| Türkei |
| Auf den Spuren des Heiligen Paulus |
| Reiseleitung: Pfarrer Winfried Hierlemann |
Bei dieser Reise stimmte einfach alles, es muss ein Segen auf ihr gelegen haben!
Unser Reisebegleiter, Pfarrer Winfried Hierlemann, versorgte uns täglich mit hervorragenden geistlichen Impulsen. Der türkische Diplom-Reiseführer Cetin Bey war eine fast unerschöpfliche Quelle an fundiertem Wissen über Bibel, Geschichte, Land und Leute. Wir hatten einen umsichtigen und routinierten Busfahrer, der uns sicher an jedes Ziel brachte. Die Hotels, das Essen, das Wetter und unsere Stimmung waren geradezu optimal. In unserer kleinen Reisegruppe sind wir von Anfang an harmonisch miteinander umgegangen und das im wahrsten Sinne des Wortes: wir waren begeisterte Kanon-Sänger.
Perge, die einstmals große Stadt bei Antalya, besichtigten wir gleich nach unserer Ankunft in der Türkei, während einer Bootsfahrt konnten wir Reste einer versunkenen Stadt sehen. Der Tag wurde in Myra abgerundet durch den Besuch bei den hervorragend erhaltenen Felsengräber, dem Theater mit halbhoher Bühnenwand und der Kirche St. Nikolaus.
Am nächsten Tag ging die Fahrt vom antiken Theater As-Göreme bestaunten wir eine Höhlenwohnung, dort versteckten sich die frühen Christen und sie errichteten auch Höhlenkirchen, verziert mit Fresken aus byzantinischer Zeit. Einer der ergreifendsten Momente der Reise war die Eucharistiefeier in einer der Höhlenkirchen in der Nähe von Ügrüp. Der Raum war liebevoll für uns vorbereitet mit Tisch, Decke, Blumen, Sitzgelegenheiten und Kerzen – im ganzen Altarraum standen brennende Kerzen. Wie viele Christen vor uns durften hier schon eine Heilige Messe feiern? Und unter welchen Umständen? Anfangs sehr fremd, aber äußerst faszinierend, war die getanzte Liturgie durch Musikanten und Tanzende Derwische.
Das Kloster der Derwische, das Museum von Mevlana, und die Alaedin-Moschee beeindruckten uns tief. In Konya führte uns unser Weg in die katholische Kirche St. Paul. Zwei italienische Schwestern halten die Kirche instand und die kleine Gemeinde am Leben. Pfarrer Winfried Hierlemann hielt hier eine Andacht, pendos auf einer äußerst kurvigen Straße über das Gebirge an den südlichsten Teil der Türkei am Mittelmeer, nach Kap Anamur, dort besichtigten wir die Marmure Festung. Beim Aussteigen durften wir ein besonderes Konzert genießen: im Wassergraben um die Burg leben viele Wasserschildkröten, die uns »begrüßten«. In unmittelbarer Nähe kehrten wir in ein ländliches Restaurant ein. Dort war nicht nur das Essen vorzüglich, sondern auch die Gastfreundschaft und die natürliche Freundlichkeit werden uns in Erinnerung bleiben: wir bekamen rote Blumen ins Haar gesteckt und vor dem Einsteigen in den Bus bekam jeder etwas Duftwasser auf die Hände.
Eine der zentralen Stationen war Tarsus, Geburtsort des Heiligen Paulus, der hier etwa 10 n. Chr. als Sohn eines Zeltmachers zur Welt kam. Zur Besichtigung der unterirdischen Stadt Derinkuyu, sieben Etagen tief unter der Erde, mussten wir uns alle in den engen Gängen ganz klein machen. Kappadokien ist ein einzigartiges Naturweltwunder. Die Farben der bizarren Tufffelsen sehen je nach Sonneneinstrahlung anders aus. Im Freilichtmuseum musikalisch bestens umrahmt von unserem mitreisenden Kirchenmusiker Peter Skobowsky.
Der nächste Halt war in Antiochien in Pisidien, die Ausgrabung dieser Stätte begann erst vor wenigen Jahren, das Meiste ist noch unter der Erde verborgen. Wieder zurück in Antalya trafen wir uns mit Pfarrer Rainer Korten in der deutschen katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus. Er ist mit viel Enthusiasmus Seelsorger seiner stets wechselnden Gemeinde. Zum Abschluss war Gelegenheit für eine gemeinsame Andacht. Unser muslimischer Reiseführer war bei allen Andachten mit dabei, er schätzt die alte Kirchenmusik sehr, die Symbolik in der katholischen Kirche, das Kirchenjahr.
Was wäre wohl aus der Christenheit geworden, wenn der Heilige Paulus nicht so vehement für die Verbreitung des Christentums gesorgt hätte? Das Reisen in der damaligen Zeit war gefährlich und beschwerlich. Wir sollten ihm dafür »Danke« sagen. |
| Anna Maria Glatt |
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