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KS-Leserreisenbericht 2008
Toskana
Vom Suchen und Finden
Nachlese zur Leserreise in die Toskana vom 11. bis 18. Juli 2008
Es war einfach anheimelnd als Pfarrer Walter Stöffelmaier jeden von uns vor unserer Abreise in das Land der großen Heiligen jenseits der Alpen am frühen Freitagmorgen des 11. Juli in einem kurzen persönlichen Gespräch begrüßte. Von Stuttgart über Lindau ging die Fahrt nach Süden Richtung Kurort Montecatini Terme in der nördlichen Toskana, unserem ersten Etappenziel. Bei den Gesprächen im Bus fiel immer wieder das Stichwort »damals « und es stellte sich bald heraus, dass sich für die Reisenden etliche Querverbindungen aus gemeinsamen Erinnerungen an kirchliches Leben ergaben.

In der Toskana angekommen, stand zunächst Pisa auf dem Programm, wo wir auf dem Platz der Wunder die in Stein gehauenen Zeugen der ruhmreichen städtischen Vergangenheit wie den Schiefen Turm, das Baptisterium des Johannes und die Kathedrale aus dem Jahre 1063 besichtigten. Ein wohltuender Kontrast zu den unüberschaubaren Menschenmengen in Pisa waren anschließend die kleinen Plätze und vielen stillen Kirchen in der alten toskanischen Stadt Lucca. Den Abschluss des Tages bildete dann eine gelungene toskanische Weinprobe.

Am nächsten Morgen, einem Sonntag, machten wir uns auf nach Florenz. Eine kundige Führerin aus alter Florentiner Familie führte unsere Gruppe sicher durch sich lindwurmartig in den Gassen windende Touristenströme zu den baulichen Highlights. Eine Messe mit Pfarrer Stöffelmaier in der Kirche Santa Maria Assunta in Montecatini Terme schloss den Sonntag ab.

Am Montag Weiterfahrt Richtung Süden nach Siena. In der Kirche San Domenico erfuhren wir viel über das Leben der Heiligen Katharina von Siena. Liegt es nur an ihr, dass manche von uns die Stadt und die Madonnen in den Kirchen mystischer und nicht so imperial empfanden wie in Florenz? Am Abend des Tages nach einer Fahrt durch Umbrien lag Assisi, die Stadt des Heiligen Franziskus wie eine in der Abendsonne leuchtende Mandel dahingestreckt am Hang.

Bei einer Stadtführung am folgenden Tag mit unserem charismatischen Führer Roggero erfuhren wir viel über das Leben des Heiligen und seiner Schwester im Geiste, der Heiligen Klara, deren Werk wir in der Kirche Santa Chiara gedachten.

Tags darauf fuhren wir durch fruchtbare Ebenen und zerklüftete Höhen zunächst nach Norcia, dem Geburtsort des Heiligen Benedikt. In der Kirche, die sich über dem Geburtshaus des Heiligen erhebt, brachte uns unser Führer den Heiligen Benedikt und seine Zeit nahe. Dann ging es abseits der Touristenströme über Berg und Tal ins Rietital zur einsamen Klause von Fonte Colombo, einem der letzten Aufenthalte des alten, kranken Bruder Franz. In der engen Grotte spürte man förmlich die auf engem Raum geballte Kraft des gesegneten Ortes, an dem Franziskus nach mehreren Anläufen die heute noch gültige Ordensregel der Franziskaner verfasste.

Am nächsten Tag setzten wir unseren Weg nach Norden fort, Padua war die letzte Station auf unserer Reise. Pfarrer Stöffelmeier machte uns mit dem Leben des weit gereisten Gelehrten Antonius bekannt, und an seinem Grab in der Kirche von Padua hielten wir stille Andacht. Abschließend stand noch ein unterhaltsamer Stadtrundgang mit unserem sehr kundigen Busfahrer von der Firma Heine, Herrn Bodenmüller auf dem Programm.

Und das Fazit unserer Reise: Man kann reisen, um das Weite zu suchen und man kann reisen, um die Tiefe zu ergründen. Uns war beides beschieden. So wurden Querund Längsbalken im Buchstaben des großen T, der Unterschrift des Hl. Franz, für uns zum Segenszeichen, denn Weite und Tiefe haben wir gesucht und gefunden.
Hans Albrecht Schwarz
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