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KS-Leserreisenbericht 2008
Jakobsweg I
Der Weg ist das Ziel
Auf dem Jakobsweg von Schiltach nach Freiburg
Reiseleitung: Centa Schmid
Am Brunnen vor dem Schiltacher Rathaus trafen sich die Pilgerinnen und Pilger. Schnell fanden sie zu einer Gemeinschaft, in der es nicht darauf ankam, ob man ein »alter Hase« oder das erste Mal auf dem Jakobsweg war.

Nach der Begrüßung und Einführung durch Centa Schmid ging es mit einem »Buen Camino! « Guten Weg unter dem Schutz des Heiligen Jakobus, auf den unteren Kinzigtäler Jakobsweg. Ein erster längerer Anstieg führte zur Jakobskapelle oberhalb von Wolfach, der mit einem herrlichen Ausblick auf die Schwarzwaldhöhen belohnt wurde, der ideale Ort für die erste Statio. Eine solche Statio gab es jeden Tag, einmal sogar im Freien. Centa Schmid las Passagen aus dem Buch »Das Geheimnis der Muschelbrüder« vor. Diese Lesungen vermittelten einen guten Eindruck darüber, unter welchen Beschwernissen die Pilger früher nach Santiago de Compostela pilgerten. Impulse, Austausch, Meditation und Gebet schlossen sich an.

Die Tagesthemen waren:
1. Was treibt Menschen auf den Jakobsweg ? Motive und Sehnsüchte der Pilger früher und heute.
2. Aufbrechen – Durchhalten – Ankommen. – Von der inneren Kraft des Pilgerns.
3. Der Pilger braucht offene Sinne und ein offenes Herz. – Unterwegs in der Natur und an ‚heiligen Orten’.
4. Mit Hinz und Kunz auf dem Pilgerweg – Weggefährten sind Schicksalsgefährten.
5. Alle Wege führen nach Santiago.

Jakobspilgerstraßen, die ersten Kulturstraßen Europas. Spirituell und geistlich so gestärkt machte sich die Gruppe dann auf den weiteren Weg. In Wolfach wartete das erste Nachtquartier auf die Pilger. Am anderen Tag ging es nach der morgendlichen Statio über den Berg ins Gutachtal. Ab hier fehlten leider die Muschelmarkierungen des Jakobsweges und die Gruppe war auf die Wanderwegezeichen mit all ihren Tücken und Unzulänglichkeiten angewiesen. Da konnte es schon passieren, dass man auf einen falschen Weg kam und wieder umkehren musste.

Es ist auch eine Erfahrung des Pilgerwegs, dass es – wie auf dem Lebensweg – Wegweiser und Leitbilder gibt, aber auch Strecken, wo die Orientierung fehlt und man schnell auf dem falschen Weg ist. Dann ist es gut, freundliche und hilfsbereite Menschen zu finden, die weiterhelfen …

Auf jeden Fall kam die Gruppe gut in Oberprechtal-Dorf an, wurde mit einem sehr gehobenen Pilgermahl und einem guten Nachtlager belohnt. So ging es am anderen Tag auf Sonnenwegen und über schattige Waldwege nach Elzach. Oberhalb von Elzach lud die Neunlindenkapelle zu einer Statio. Tagesziel war Niederwinden. Nun hatte man die Berge des Schwarzwaldes hinter sich gelassen und man konnte freier ausschreiten. Durch die Schwarzwaldstädtchen Gutach i. Brg. und Waldkirch ging es nach Denzlingen. Dort kehrten wir in die moderne Jakobskirche ein. Der freundliche Ortspfarrer nahm sich die Zeit und erschloss uns die moderne Architektur und Malerei dieser Kirche. Zum Abschied erhielt jeder Pilger einen Bildband der St. Jakobuskirche.

Nach der Übernachtung in Heuweiler war schon der fünfte und letzte Tag angebrochen. Vorbei an Feldern, Gärten und Beerenanlagen ging es über Gundelfingen, Zähringen zum Etappenziel Freiburg. Auf dem Münsterplatz hieß es Abschied nehmen. Nach fünf gemeinsamen Tagen, innerlich reicher geworden, mit den vielfältigen Erfahrungen des gemeinsamen Pilgerweges ging man auseinander. Da um diese Zeit ein Besuch des Münsters nicht möglich war, gingen wir mit dem Wunsch auseinander, sich im nächsten Jahr hier wieder zu treffen, zu einer weiteren Etappe auf dem Jakobsweg Richtung Elsass.
© Wilfried Ballarin
88367 Hohentengen
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