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KS-Leserreisenbericht 2008
Griechenland
Von antiken Stätten, Himmelsklöstern und Chorgesängen
Leserreise nach Griechenland vom 9. bis 16. Mai 2008
34 Leserinnen und Leser des Katholischen Sonntagsblattes machten sich im Mai mit Pater Alfred Tönnis auf, um in Griechenland sieben Tage lang den Spuren des Apostels Paulus zu folgen. Man durfte gespannt sein, denn das Reiseprogramm ließ eine Sammlung von Höhepunkten für Körper, Geist und Seele erwarten.

Ausgangspunkt der Reise war die Hafenstadt Thessaloniki, in der Antike sowohl Grenz- als auch Verbindungsort zwischen östlichem und westlichem Kulturkreis und Treffpunkt für Händler und Reisende aus allen Ländern. Paulus hat hier die erste christliche Gemeinde in Europa gegründet.

Unser erstes Ziel war Vergina, Königssitz Philipps II. und Alexander des Großen. Weiter ging es am nächsten Tag nach Dion, der Königsstadt Makedoniens am Fuße des Götterberges Olymp. Wir waren sehr beeindruckt von dieser großartigen Stadtanlage aus der griechischen und römischen Blütezeit. Anschließend fuhren wir über die Tempi-Ebene zum Dorf Ambelakia mit einem kleinen aber feinen Dorf-Museum. Nach einer Stärkung ging es durch die wunderschöne, fruchtbare Gegend weiter bis nach Kalambaka, unterhalb der Meteora-Klöster. Die Feier der heiligen Messe im Hotel war zugleich Einstimmung zur Besichtigung von zwei dieser ehemals 24 Klöster. Man nennt sie schwebende Klöster, da sie im 14.-16. Jahrhundert auf verschiedenen Felstürmen quasi zwischen Himmel und Erde gebaut wurden. Die Besichtigung dieser Klöster, der mit herrlichen Fresken geschmückten Kirchen und die Messfeier in freier Natur unterhalb der Felsen ließen diesen Tag zu einem besonderen Erlebnis für Körper, Geist und Seele werden.

Weiter führte unsere Reise nach Delphi, dem religiösen und geistigen Zentrum Griechenlands. Unsere Reiseleiterin Anna verstand es ausgezeichnet, die Geschichte dieser Stadt wieder lebendig werden zu lassen. Die Fahrt ging weiter nach Ossios Loekas, einer der bedeutendsten Klosteranlagen Griechenlands. Die monumentale Kuppel der Lukaskirche sowie die kostbaren Mosaiken, Fresken und Ikonen stellten wieder einen Höhepunkt dar. Ein weiterer Genuss waren die geistigen Impulse von Pater Alfred Tönnis auch hier an diesem schönen Platz.

Für die letzten drei Tage war Athen Ausgangspunkt unserer Spurensuche. Zunächst ging es nach Altkorinth, der Lieblingsgemeinde des Paulus, an sie war das »Hohe Lied der Liebe« gerichtet. In dem malerischen Hafenstädtchen Nauplia legten wir eine Pause ein. Weiter ging es durch die herrliche Landschaft nach Epidaurus, früher Wallfahrtsort und Kultstätte des Heilgottes Asclepios. Wir besichtigten das berühmte Amphitheater und testeten dessen perfekte Akustik, indem wir im Chor das Lied »Segne du Maria« zum Besten gaben.

Auch für diejenigen unter uns, die schon zum wiederholten Male in Athen waren, wurde die Stadt wieder zum Erlebnis, wunderschön auch unser Hotel, von dessen Dachterrasse aus wir die gewaltigen Dimensionen der Stadt erkennen konnten, mit der weltberühmten Akropolis im Zentrum. Vom Lykabettus-Berg aus durften wir am Abend einen herrlichen Sonnenuntergang erleben. Athen war in der Antike die Wiege der Demokratie, Zentrum der Philosophie und der Künste. Dies wusste auch Paulus. So kam er nach Athen, um auch hier zu missionieren. Auf unserem Weg zur Akropolis - auf halber Höhe der Areopag - kamen wir an dem denkwürdigen Platz vorbei, an dem Paulus über den »unbekannten Gott« der Griechen und v. a. über Christus gepredigt hat. Unser mitreisender promovierender Philosoph Andreas Schwab übersetzte für uns dort eine Rede von Paulus an die Athener, ein zusätzlicher Genuss!

Ein gemütliches Abendessen in einer typisch griechischen Taverne mit Live-Musik und Tanz rundete diesen ereignisreichen Tag ab. Die Feier der heiligen Messe am anderen Morgen in der katholischen Bischofskirche setzte den religiösen Schlusspunkt dieser großartigen Kultur- und Pilgerreise. Dankbar und voll von kulturellen, religiösen und bewegenden Erlebnissen flogen wir zurück. Wunderbares Wetter und gesegnete Tage bleiben in Erinnerung.
Josef Holl
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