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KS-Leserreisenbericht 2007
Santiago de Compostela
Auf der berühmtesten Pilgerstraße der Welt
Reiseleitung: Gerhilde Fleischer
»HERR, wie sind DEINE Wege so groß und viel ...!«

Das haben wir auf unserer Pilgerfahrt täglich erlebt: Wir sind Wege gegangen, die jahrhundertealte christliche Tradition wiederspiegeln. Kirchen, Klöster, Kreuzgänge luden zu Stille und Besinnung ein, Pfade durch blühende Wiesen – noch nie habe ich in all den Jahren die Natur so farbenfroh erlebt – durch eine Felsenschlucht und hinauf zum Cruz de Ferro, zum Cebreiro und zum Ibaneta-Pass: Pilgererlebnisse – frohe Gemeinschaft und Stille.

Eine Bereicherung für alle war die Teilnahme unserer blinden Helga, die uns die Weisheit von Antoine de Saint-Exupery »Man sieht nur mit dem Herzen gut« bewusst machte. Sie entdeckte als erste die Türme der Kathedrale von Santiago und wurde Pilgerkönigin. In einer Zeit, in der Ökumene schwierig geworden ist, haben wir Gemeinschaft der Christen erlebt, bei Besinnungen in den Kirchen und an besonderen Orten, haben bei der Lichterprozession miteinander das »Ave Maria ...« gesungen, am Ibaneta-Pass das »Salve Regina«, so wie es die Marienstele dort verlangt. Dankbar für die tausendjährige christliche Tradition des Weges gehen wir gestärkt zurück in den Alltag.

Gerhilde Fleischer

Ein Teilnehmer, Gerhard Stotz, besann sich an einem Abend auf unsere Erlebnisse:

Der Weg/El Camino
Mir kam wohl zu in meinem Sinnen
– um dem Alltag zu entrinnen
eine Wandrung will ich beginnen.
Stillen will ich das Verlangen
Zu Fuß gen Santiago zu gelangen.
St. Jacques – ich gehe deinen Weg
und setze Schritt vor Schritt,
ich gehe nicht allein,
gehn viele Pilger mit.
Den Berg hinauf, das tiefe Tal hinab
– ganz wie im Leben –
auf und ab.
Der Weg, er ist das Ziel
und der verlangt gar viel!
Was tuts, ich ziehe freudig
hin,
weiß, dass nicht allein
ich bin,
St. Jacques – er geht ja mit!
Es endet Not und auch das
Weh, so ich vor der Kathedrale
steh.
Wie leicht wird mir das
Leben, das neu St. Jacques
gegeben.
Fröhlich, leicht zieh ich von
hinnen,
– Es kann der Alltag neu
beginnen.
Albert Lutz
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