aktuelle Doppelausgabe 31-32/2010 |
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| KS-Leserreisenbericht 2007 |
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| Jakobsweg III |
Unterwegs im Zeichen der Muschel
Jakobspilgerweg vom 6. bis 8.9.2007 von Rothenburg o.d.T. bis Schwäbisch Hall |
| Reiseleitung: Centa Schmid |
Caminando va – Leben lebt vom Aufbruch! Caminando va – Machen wir uns auf!
Dieser Liedruf – schnell einstudiert von unserem routinierten Mitpilger Josef Knecht aus Ellwangen – war während unseres Pilgerweges steter Aufruf: Es geht weiter, machen wir uns auf!
Am 6. September trafen sich 21 PilgerInnen vor der Jakobskirche in Rothenburg o.d.T., um gemeinsam mit der Pilgerweg- Begleiterin Centa Schmid aus Esslingen den ›Hohenloher Camino‹ zu gehen. Aus der ganzen Diözese Rottenburg-Stuttgart war sie gekommen, die buntgemischte Pilgerschar, wie sich bei der Vorstellungsrunde herausstellte. Etliche der Ankömmlinge kannten Centa schon von früheren Pilgerwegunternehmungen. Ich, als ›Neue‹, merkte sofort, dass wir bei ihr gut aufgehoben sind, egal, ob der einzelne Muschel und Pilgerstab bei sich hatte oder nicht … Eine kurze Einführung zum Thema ›Pilgern‹ klärte auf und tat gut: Unterwegs sein zum heiligen Ort, das ferne Ziel: Das legendäre Grab des Heiligen Jakobus im ca. zweieinhalbtausend Kilometer entfernten Santiago de Compostela. Aufbrechen, Gehen, Wegsuche und Irrweg, Ausruhen und Rasten, Einkehren und sich Verabschieden, Müde werden, Ankommen und sich Wandeln lassen: Für diese drei Tage konnte es wahrlich nur ein ›Reinschnuppern‹ in solches Pilgern sein! Lasten abwerfen – auch das muss beim Pilgern gelernt werden.
Dieses Pilgern habe ich auch als eine wunderschöne Gemeinschaft innerhalb der bunt zusammen gewürfelten Gruppe erlebt. Das miteinander Gehen, sprechen: Zunächst etwas zögerlich, da man sich ja fremd war, später frei und ungezwungen und offen, bei guten Gesprächen über ›Gott und die Welt‹! Die neu gewonnene Nähe zu den Mitpilgernden spürte ich aber auch in den Schweigezeiten unterwegs, in denen Gedanken und Natureindrücke noch intensiver wahrnehmbar waren. Abends, wenn wir müde und geschafft doch noch länger als geplant zusammen saßen, erzählten und sangen wir, erlebten Momente, die der ›Seele gut tun‹.
Pilgern – das waren auch die spontanen und schönen Begegnungen mit Menschen entlang des Weges: Seien es der Adlerwirt und seine Frau in Schrozberg, der uns freundlich aufforderte, ja genug ›Vesper‹ einzupacken auf den Weg – oder der Ochsenwirt in Billingsbach, der ›Mann mit dem Schlitz im Ohr‹ und seine liebenswürdige Frau, die uns wegen des Regens zur Mittagspause in ihre Gaststube einluden, seien es die Landfrauen von Eltershofen, die uns anlässlich ihres ›Dorfbrunnen- Festes‹ an ihrer köstlichen Kuchentheke erquickten!
Pilgern, gehen in Gottes schöner Natur, den Blick schweifen lassen über die freundlichen Landschaften der Hohenloher Ebene oder des Tauber-, Jagst- und Kochergrundes, sich konzentrieren auf die manchmal steilen und rutschigen Pfade durch Wälder, über Berg und Tal. Da kommt es schon mal vor, dass man ganz von alleine schweigsam wird, gerne alleine geht mit sich und seinen Gedanken. Wenn der Rucksack immer schwerer wird und die Füße beginnen zu schmerzen, dann ist es schön zu erleben, dass dir einer den Rucksack abnimmt und gut zuredet! Das hilft dann bis zum Ziel der Tagesetappe weiter! Es waren für mich sehr gute und lehrreiche Tage. Ich werde bestimmt oft an sie und meine Mitpilgernden zurück denken. Am Schluss spürte ich deutlich: Der Alltag kann nun wieder neu beginnen kann. Ultreja – bis zum nächsten Mal. |
| Marianne Behnke, Bad Mergentheim |
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