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KS-Leserreisenbericht 2007
Jakobsweg II
Vertraut den neuen Wegen
Pilgerwanderung von Bad Waldsee nach Meersburg vom 17. bis 20. August 2007
Reiseleitung: Gerhilde Fleischer
Eine frohe und erwartungsvolle Schar von 30 Personen traf sich am Morgen des 17. August vor dem Bahnhof in Bad Waldsee. Gerhilde Fleischer, unsere Pilgerbegleiterin, übergab jedem Teilnehmer ein kleines Heft, es beinhaltete eine Kurzbeschreibung des Pilgerweges und Lieder für den morgendlichen Auftakt. In der Pfarrkirche St. Peter und Paul sprachen wir ein Morgengebet und sangen das von Klaus Peter Hertzsch verfasste Lied »Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist«, welches zum Motto der kommenden Tage werden sollte.

Auf dem Kreuzweg gingen wir hinauf zur Frauenbergkapelle. Die Wanderung führte uns über Gwigg durch die oberschwäbische Landschaft nach Weingarten. Die Basilika weist in dreifacher Weise auf den Jakobuskult. Heinrich der Löwe, dessen Grab in der Basilika liegt, war vermutlich einer der ersten Strafpilger. Das westliche Deckenfresko zeigt die Verehrung des heiligen Bluts u.a. durch zwei Jakobuspilger und im südlichen Seitenschiff ist einer der Altäre dem Hl. Jakobus geweiht. Hier erhielten wir den ersten Stempel in unsere Credencial del Camino.

Im Hotel »Sonne« in Weingarten bestens versorgt durften wir am Samstag an der Feier des Konventamts der Benediktinermönche teilnehmen. Ein schöner Auftakt für den weiteren Pilgerweg nach Brochenzell. Vor der Brücke über die Scherzach zeigt die vom brasilianischen Künstler Claudio Pastro geschaffene Pilgerfigur die Richtung nach Santiago. Hier konnten auch unsere Trinkflaschen mit frischem Wasser gefüllt werden. Der Weiterweg führte uns über den Kreuzberg durch einen schönen Mischwald nach Ravensburg. Am Ortseingang wartete eine große Überraschung auf uns: Im Hof des Landtagsabgeordneten und früheren Verkehrsministers Ulrich Müller war ein leckeres Büffett aufgebaut. Wir wurden fürstlich bewirtet. Als Dank konnten wir Herrn Müller eine Spende von über 200 € für die Erdbebenopfer in Peru überreichen.

Beim Besuch der Liebfrauenkirche in Ravensburg sangen wir vor dem Altar mit der Schutzmantelmadonna das »Salve Regina « und das Lied »Maria breit den Mantel aus«. Die Pilgerwanderung ging nach einem kurzen Besuch der St. Jodokskirche mit ihrem »Feiertagschristus« weiter über die Galgenhalde auf Waldwegen nach Brochenzell, dem Ziel des Samstags. Am Sonntagmorgen feierten wir mit der Gemeinde die Eucharistie, welche viele von uns tief bewegte. Nach der Messfeier trafen wir uns mit Gemeindemitgliedern auf dem Kirchplatz zu einem Gedankenaustausch, bevor wir in Richtung Markdorf aufbrachen. Die liebliche Bodenseelandschaft mit ihren fruchtbaren Obstgärten ermunterte zusätzlich zu einem fröhlichen Pilgern.

In Unterteuringen konnten wir an einer Jakobusstele mit einem Pilgerbuch einen weiteren Stempel in unseren Pilgerpass drücken. Dass wir uns auf einem alten Pilgerweg befanden, machte ein Felsbrocken deutlich, auf dem eine Muschel mit zwei Pilgerstäben und eine Wegkennzeichnung dargestellt ist. Bevor wir am Montag von Markdorf nach Meersburg pilgerten, feierten wir mit dem Ortspfarrer vor dem Altar mit einer besonders schönen Darstellung der Schutzmantelmadonna einen Wortgottesdienst. Auf dem Weg nach Braitenbach zur dortigen Kapelle beteten wir den glorreichen Rosenkranz, was Petrus jedoch nicht davon abhielt, die Schleusen des Himmels zu öffnen. So kamen wir ziemlich nass in Meersburg, der letzten Station unserer Pilgerwanderung an. Nach einem kurzen Besuch am Grab der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff schlossen wir unsere Pilgerwanderung in der Pfarrkirche mit einem Lied von Eugen Eckert und mit dem Halleluja aus Taizé. In einem gemütlichen Gasthaus am See stärkten wir uns, bevor wir unsere Heimreise antraten in der Erwartung eines frohen Wiedersehens.
A. Jansen
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