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KS-Leserreisenbericht 2007
Dresden
»Florenz an der Elbe«
Reiseleitung: Pfarrer Winfried Hierlemann
»Florenz an der Elbe« war unser Ziel. Der erste große Halt auf der Fahrt war Himmelkron mit einer sehr interessanten Autobahnkirche, die uns der frühere Pfarrer erklärte. Dort feierten wir miteinander den Gottesdienst zum Erntedankfest. Am Montag dann erhielten wir eine sachkundige Führung in der Semper Oper. Anschließend ging es zu einer ausgiebigen Stadtrundfahrt durch verschiedene Bezirke Dresdens mit den schön restaurierten alten Villen. Vom Elbufer aus hatte man einen herrlichen Blick auf die Elbschlösser – Albrechtsberg, Linkner-Schloss und Schloss Eckberg.

Am Nachmittag erkundeten wir Dresden zu Fuß. Der Zwinger, ein in der Welt einzigartiges Meisterwerk, ist ein Höhepunkt des Barock, einst war er Teil der Stadtbefestigung. Über die Brühlsche Terrasse ging es zur Hofkirche, die gleichzeitig Bischofskirche und die größte Kirche Sachsens der Diözese Dresden- Meißen ist. Abends war eine Orgelvesper in der Frauenkirche mit anschließender Führung. Die Frauenkirche wurde genau rekonstruiert und wieder so aufgebaut, wie sie George Bähr 1727 erbaut hatte.

Am nächsten Tag ging die Fahrt entlang der Elbe in die Sächsische Schweiz mit der Festung Königstein. Gegenüber und oberhalb des Kurortes Rathen ist ein besonderer Anziehungspunkt: die Bastei, ein Schluchtenlabyrinth oberhalb der Elbe, dessen die Flusslandschaft überragender Felsrücken zu den schönsten natürlichen Aussichtspunkten Europas zählt.

Auf der Heimfahrt fuhr der Bus über die berühmteste Brücke Dresdens, das »Blaue Wunder «. Mit dem Ratdampfer ging es am nächsten Morgen zum Schloss Pillnitz. Das alte Renaissanceschloss und die weitläufige Gartenanlage waren ein Geschenk Augusts an die Gräfin Cosel. Im Englischen Garten steht eine weitere Berühmtheit: die 8,5 Meter hohe und in der Krone 12 Meter ausladende japanische Kamelie. Im Winter schützt ein Gewächshaus die Pflanze, das im Sommer beiseite gefahren wird. Am Abend stand das »Grüne Gewölbe«, das prächtigste Schatzkammermuseum Europas auf dem Programm.

Am vierten Tag führte unsere Reise nach Bautzen, einer Stadt mit zwei Kulturen, die sorbische Sprache und die Pflege des sorbischen Kulturerbes wird hier in der Gegend groß geschrieben. Hohe Türme und wehrhafte Bastionen sieht man bereits von ferne. Seit dem Mittelalter umgeben sie die Stadt und blieben zum großen Teil bis heute erhalten. Am höchsten ragt der Kirchturm von St. Petri aus der Stadtsilhouette heraus. Eine zusätzliche Besonderheit zeigt die lange Tradition religiöser Toleranz in der Lausitz: Seit 1524 wird St. Petri als Simultankirche von katholischen und evangelisch- lutherischen Christen gemeinsam genutzt. Der katholische Teil ist übrigens die zweite Bischofskirche des Bistums Dresden-Meißen.

Von hier ging die Fahrt weiter nach Panschwitz-Kuckau, wo sich die bedeutendste erhaltene Klosteranlage Sachsens befindet. Bereits 1248 wurde die Zisterzienserinnenabteil St. Marienstern gegründet; noch heute wird sie von Ordensschwestern bewirtschaftet. Wenige Kilometer von Marienstern entfernt befindet sich die Wallfahrtskirche Rosental, die bis vor kurzem von Zisterziensermönchen betreut wurde. Hier warteten zwei Schwestern aus dem Franziskanerinnenkloster Reute bei Bad Waldsee auf uns. Die Schwestern haben im nahe gelegenen Hoyerswerda nach der Wiedervereinigung Deutschlands neue Aufgaben übernommen. Mit ihnen zusammen feierten wir in der Wallfahrtskirche Eucharistie.

Am nächsten Tag hieß es dann Abschied nehmen von einer Stadt und einer Gegend, die uns allen in guter Erinnerung bleiben wird, vor allem auch deshalb, weil sie uns von Herrn Daum, einem Reiseleiter aus Dresden, in humorvoller Weise mit sächsischem Dialekt nahegebracht wurde.
Pfr. Winfried Hierlemann
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