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KS-Leserreisenbericht 2006
Portugal
Lissabon und Fátima
Reiseleitung: Pfarrer Walter Stöffelmaier
Nach dreistündigem Flug erreichte unsere Gruppe mit 29 Teilnehmern die Hauptstadt Portugals: Lissabon liegt auf einer hügeligen Landzunge am mächtigen Fluss Tejo, der sich wie ein großes Tor zum Atlantik und hinaus in die Welt öffnet. Der Stadtteil Belém mit dem Festungsturm an der Hafeneinfahrt und dem königlichen Hieronymuskloster gegenüber erinnert an das goldene Zeitalter der großen Entdeckungen im 15. und 16. Jahrhundert, durch die Portugal zur Weltmacht aufstieg. Nach dem Gottesdienst in der Antoniuskirche durchstreiften wir die malerische Altstadt mit ihren engen Gassen und steilen Treppen, saßen in einem der zahlreichen Straßencafes, spazierten am sonnigen Tejoufer entlang, genossen auf einer Hafenrundfahrt das Panorama der Stadt von einem stattlichen Schiff aus und ließen uns am Abschlussabend in einem landestypischen Lokal von der einheimischen Küche bei Fado-Klängen verwöhnen.

Alle großen Kulturepochen spiegeln sich in den Ausgrabungen und Bauten dieser Stadt. Sie erzählen aus der Geschichte von Phöniziern, Ibedasrern, Kelten, Römern, Westgoten und Arabern. Trotz Kriegen, Erdbeben und Revolutionen hat Portugal seine Identität, seine Sprache und Selbständigkeit bewahrt und es verstanden, Vergangenheit und Gegenwart harmonisch zu verbinden.

Wir fuhren durch die idyllischen Fischer- und Badestädte Estoril und Cascais, waren beeindruckt durch das Cabo da Roca, dem Südwestrand Europas, wo die herrlich blühenden Wiesen in einer steilen Felsküste ins Meer hinein abbrechen, staunten über die ansteigenden Berge mit den malerischen Dörfern und Städten wie Sintra und bewunderten das prächtige barocke Königsschloss Queluz. Aus dem kleinen Dorf Fátima ist in den letzten Jahrzehnten eine ansehnliche Pilgerstadt geworden. Der Versammlungsplatz ist größer als der Petersplatz in Rom und wird von der Wallfahrtsbasilika, dem Pilgerzentrum, dem Krankenhaus und der neuen 10.000 Menschen fassenden neuen Wallfahrtskirche umrahmt. Dort feierten wir nach unserer Ankunft mit einigen Tausend Pilgern die Eucharistie in portugiesischer Sprache. Von der tiefen Gebetsatmosphäre wurden wir am späten Abend beim gemeinsamen Rosenkranz an der Erscheinungskapelle und der Eiche und bei der anschließenden Lichterprozession, in der die Marienstatue mitgetragen wurde noch mehr berührt. Die Hirtenkinder Lucia dos Santos (10), Francisco (9) und Jacinta (7) Marto erlebten hier am 13. Mai 1917 auf einem Feld die Erscheinung der Jungfrau Maria.

Nach weiteren Erscheinungen, die immer mehr Neugierige anzogen, überprüften die kirchlichen Autoritäten die Glaubwürdigkeit der Kinder und ihrer Begegnung mit Maria. Francisco starb schon 1918 und Jacinta 1920. Lucia wurde Ordensschwester. 1934 erlaubte ihr der Bischof von Leira, über ihre Botschaften zu reden. Die Päpste Pius XII., Johannes XXIII. anerkannten die Erscheinungen und Botschaften von Fatima. Paul VI. und Johannes Paul II. besuchten Fátima persönlich. Schwester Lucia war dabei anwesend. Die beiden Seherkinder Francisco und Jacinta wurden von Johannes Paul II. seliggesprochen, in die neu gebaute Wallfahrtsbasilika in Fatima überführt und dort beigesetzt. Schwester Lucia starb im Alter von 98 Jahren am 13.2.2005 in Coimbra. Die großen Wallfahrtstage sind in Erinnerung an die Erscheinungstage jeweils am 13. Tag eines jeden Monats. In der schön gestalteten Krankenhauskapelle feierten wir mit der Eucharistie den Abschied von dieser eindrucksvollen Gebetsstätte.

Bei einem Ausflug in die Umgebung von Fátima besuchten wir Batalha, mit dem Kloster Maria vom Sieg, Alcobaca, mit der großartigen Zisterzienserabtei und das zauberhafte Städtchen Óbidos, das von einer zinnengekrönten Mauer umgeben ist. In fünf Tagen Portugal verbanden sich die beglückenden und unvergesslichen Erfahrungen aus einem Land mit vielfältiger Schönheit, eindrucksvollen Städten, Klöstern und Schlössern, mit der gläubigen Ausstrahlung Fátimas in einer zu Freunden gewordenen Reisegruppe.
Pfarrer Walter Stöffelmaier
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