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KS-Leserreisenbericht 2005
Rom
und der Vatikan
Reiseleitung: Monsignore Antonio Tedesco
Was hat diese Stadt, was sie so einzigartig macht? Sind es die Spuren frühen christlichen Lebens und einer Jahrtausende alten, hochentwickelten Kultur, welche an vielen Orten sicht- und spürbar sind oder sind es die vielen wunderschönen Kirchen, die mit ihren Geschichten und Legenden beeindrucken oder ist es einfach nur die italienische Lebensfreude, die einem an vielen Orten entgegenströmt. Es ist die Summe aller Teile, die das Vollkommene, das Einzigartige ergeben und Rom schließlich zu dem machen, was es ist.

Rom kennen lernen oder wieder entdecken war der Antrieb für 32 Leserinnen und Leser des Katholischen Sonntagsblattes. Gastgeber und Maître de Plaisir war neben der Stadt Rom, Reiseleiter Msgr. Antonio Tedesco (in der römischen Szene besser bekannt als Don Antonio), Leiter der deutschen Pilgerseelsorge in Rom und Pfarrer des »Pantheons«.

Doch der Reihe nach: Nach einem angenehmen Flug mit einer herrlichen Panoramasicht wurde die Reisegruppe am Flughafen von Don Antonio in Empfang genommen. Mit all seiner Erfahrung, seinem italienischen Charme und seinem lockeren Mundwerk konnte er die Gruppe von der ersten Minute an in seinen Bann ziehen. In den Tagen, die er mit der Gruppe verbrachte, erfolgte ein sehr intensiver Gedankenaustausch. Nur aufgrund seiner besonderen Gabe Religion und Kultur gekonnt miteinander zu vereinen, war es den Teilnehmern möglich, die vielen Namen, Daten und Sehenswürdigkeiten aufzunehmen.

Mit dem Besuch der Generalaudienz am Mittwochmorgen erfüllte sich für viele der große Wunsch dem Heiligen Vater ganz nah zu sein. Inmitten von Tausenden von Pilgern, die das weite Oval des Petersplatzes füllten, lauschten sie andächtig seinen Worten.

Obwohl am Donnerstagnachmittag ein heftiger Wolkenbruch über Rom hereinbrach, war dies ein besonders gelungener Tag. Er begann mit einem durch Don Antonio gehaltenen Gottesdienst in der »Santa Maria della Pietà«, neben dem »Campo Santo«. Anschließend konnten alle Teilnehmer bei einem wundervollen Spaziergang in den »Vatikanischen Gärten« die Seele baumeln lassen und Kraft tanken, bevor es auf einem Schleichweg direkt in die »Vatikanischen Museen« hineinging. Nachmittags, während der Himmel seine Schleusen geöffnet hielt, fuhr die Reisegruppe bequem und trocken zur »Villa d' Este« mit ihren herrlichen Gärten. Erst spät abends endete der Tag mit einem feudalen Mahl in der »Villa Cardinale«.

Eine besondere Inspiration war der Besuch der Patriarchalbasilika »St. Paul vor den Mauern« und der »Katakomben« am Freitag. Das imposante Standbild des Apostels im Atrium der Basilika sowie die Bilder aus seinem Leben im Inneren der Kirche vergegenwärtigten, mit welcher Hingabe und welchem Einsatz er für Christus sein Leben geopfert hat. Um die Vergangenheit der Spuren der ersten Christen in Rom noch intensiver zu erleben, besichtigte die Reisegruppe im Anschluss die »Domitilla-Katakomben«, die unter der Obhut der Barmherzigen Brüder von Trier stehen. Dort, in einem Seitenraum unter der Erde, auf dem Niveau von ca. 280 n. C., feierte die Gruppe das Fest der Eucharistie. Dieser Moment und das Wissen, dass hier vor knapp 2000 Jahren ebenfalls Christen ihr Glaubensbekenntnis abgelegt hatten, war sicherlich für viele ein Erlebnis, welches unter die Haut ging.

Die vielen Eindrücke, mit welchen die Reisenden täglich konfrontiert wurden, konnten abends in geselliger Runde bei einem Glas Wein nochmals reflektiert und verinnerlicht werden. Leider ist es nicht möglich alle Eindrücke in wenigen Zeilen fest zu halten. So ist das Geschriebene lediglich ein schwaches Blitzlicht der gesammelten Impressionen. Am Montag verabschiedete und bedankte sich die Gruppe mit einem eigens für Don Antonio komponierten Lied. Ein klein wenig Wehmut in der Stimme war dabei unüberhörbar. Gegen 19.45 landete der Flieger sanft und fast pünktlich wieder in Stuttgart.
Stefan Schweizer
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